Soundverwaltung

mixer, effekte (ladspa und vst), metronome, notensatz, stimmgeräte und was sonst noch an audio-programmen bleibt...
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spm_gl
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Soundverwaltung

Beitrag von spm_gl »

Kennt jemand ein gutes System zur Verwaltung von Sounds? Ich habe über 200GB an Soundeffekten die organisiert werden wollen. Ich könnte sie natürlich einfach in mein Alfresco hauen und ordentlich mit Metadaten versehen, aber gibt's da eine bessere Lösung?
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stevie777
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Beitrag von stevie777 »

Das ist wirklich eine spannende Frage. Nicht, dass ich eine Lösung hätte. Ich bin auch eher der intuitive Sucher :D
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Mitsch
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Beitrag von Mitsch »

Ich habe mal vor zwei, drei Jahren in der Linux-User einen Artikel über Verwaltung von Medien-Dateien gelesen. Aufhänger war die Vorstellung einer entsprechenden Datenbank. Wie die Software heißt und ob das eventuell Alfresco gewesen ist, weiß ich nicht mehr und konnte ich gerade auch nicht in Erfahrung bringen. Sorry.
Ich kann mir vorstellen, dass es - dank Notiz- und Markierungsfunktionen in Nautilus - möglich ist, mit Hilfe von Desktop-Suchmaschinen eine brauchbare Verwaltung von Samples erstellen zu können, habe das aber selbst nicht ausprobiert, geschweige denn in Benutzung.

Grüße!
spm_gl
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Beitrag von spm_gl »

Eigentlich wäre ein aufgebohrter Amarok gut, aber da fehlen mir Wissen, Können und Geduld. Am liebsten mit Ähnlichkeitserkennung, automatischer Sampleratenkonvertierung, usw.
Früher hab ich die Sounds tatsächlich mit iTunes verwaltet, war auch keine Lösung. Zur Zeit ist es eher ein zufallsgesteuertes Stöbern. Vielleicht sollte ich einen Praktikanten einstellen, der den ganzen Tag Metadaten eintippt :P
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zettberlin
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Beitrag von zettberlin »

spm_gl hat geschrieben: Vielleicht sollte ich einen Praktikanten einstellen, der den ganzen Tag Metadaten eintippt :P
Das halte ich auch für die beste Lösung }:-]

Schließlich ist die Wirkung bei Effekten sehr subtil. Ein Mensch kann sicherlich einige hundert verschiedene Wettergeräusch voneinander unterscheiden. Er/sie hört instinktiv, ob es ein freundlicher Sommerregen, eine Flutkatastrophe oder ein majestätischer Monsun ist. Wenn Du Dir die entsprechenden Wave-Grafen ansiehst, wirst Du sicher auch Unterschiede sehen aber von diesen maschinenlesbaren Unterschieden auf Muster zu kommen, die auf psychoakustisch wirksame Eigenschaften hinweisen, ist mindestens schwierig. Allerdings könnte man das schaffen, wenn ein Mensch die Maschine trainiert. Wobei dann allerdings wieder persönliche Preferenzen eine Rolle spielen....

Also:

1.) eine Datenbank mit Frontend erlaubt das taggen von Sounds.
2.) eine geeignete Analysesoftware hört sich die Sachen an und denkt darüber nach:
2.1.) Der Sound wird zerlegt und statistisch durchleuchtet (was für Hüllkurven würden passen, Frequenzanteile etc)
2.2.) Eine Liste leicht benutzbarer maschinenlesbarer Eigenschaften wird zusammengestellt.
2.3.) Die Eigenschaften werden mit denen von gleich getaggten Sounds verglichen.
3.) Die Software versucht, dabei auftretende Meinungsverschiedenheiten mit dem Homo Sapiens, der getaggt hat, in wohlwollender Weise zu lösen. Dazu analysiert sie Sounds, deren maschinenlsebaren Eigenschaften nicht zusammenpassen, obwohl sie die gleichen tags tragen, erneut und versucht andere, übereinstimmende Besonderheiten zu finden.
4.) Ein komplexer, mathematischer Mechanismus bildet selbsständig ein vernetztes System von Bewertungen und Eigenschaften, das darauf hinarbeitet, die bei der Analyse erhobenen Daten besser und schneller dem tag-System zuzuordnen.
5.) Nachdem 5-6 sehr sehr sehr, ja, außerordentlich sorgfältige und disziplinierte Tagger tausende von Audiodateien getaggt haben und die Weichware einen Quadcore für einige tausend Stunden mit Vollast beschäftigt hat, bekommt man ein System, das tatsächlich ähnlich smart wie ein guter Spamfilter funktioniert und neuie Audiofiles selber korrekt zu taggen vermag.

Allerdings müssen Spamfilter nur abstrakten Text und keine konkreten Sounds analysieren.
:twisted:

Ach so: einfach wäre es sicherlich, solche Funktionen wie "Zupfinstrument, D-Dur-Dreiklang heraussuchen(und nach FMoll konvertieren)" umzusetzen. Melodyne kann sowas prinzipiell. Aber wir reden ja von Software, die wie ein Mensch hören können soll und nicht von einer, die nur wie ein besseres Stimmgerät hört.


Möglich wäre es aber trotzdem und eventuell arbeiten schon einige Superhirne für ihren PHD daran.
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Beitrag von spm_gl »

Ja, es sieht nach tagelanger Handarbeit aus. Bei manchen Sounds weiß ich selber nur anhand des Tracknames, ob es sich um Wind oder Wasser handelt.
Zudem sind teilweise 5 Sounds auf einem Track. Und die Dateinamen sind nicht immer hilfreich.
Amarok und co versagen schon beim Taggen, weil sie natürlich das Artist:Album:Song Schema verwenden.
Also werde ich mich wohl mit meinem Alfresco Server beschäftigen müssen. Da kann ich theoretisch Previews generieren und Sampleraten konvertieren. Vielleicht gleich ein Bild der Wellenform erzeugen lassen, dann kann man die Dynamik gut abschätzen.
Frage: gibt es ein Kommandozeilentool, das die Wellenform als Grafik ausgeben kann?
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Beitrag von zettberlin »

spm_gl hat geschrieben: Frage: gibt es ein Kommandozeilentool, das die Wellenform als Grafik ausgeben kann?
Eher kleine Progs, die diverse Bibliotheken wie fftw, sox und gnuplot nutzen.

http://linuxwebdev.blogspot.com/2006/03 ... v2png.html


Außerdem gibt es natürlich auch das hier:

http://www.sonicvisualiser.org/download.html

ich weiß bloß aus dem Hut nicht, ob sich das Ding auch für Skripte/Batchprocessing eignet. Mit einigen Verrenkungen in lisp sollte es auch mit snd gehen....
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Beitrag von zettberlin »

Nachtrag OT:

Vielen Dank, dass Du mich wieder auf dieses Ding gestoßen hast!

http://www.sonicvisualiser.org/download.html

Das Ding ist einfach genial: als wäre snd plötzlich bedienbar ;-)

Kann übrigens die Waveform als Bild exportieren, ob auch als Batchprozessor, finde ich noch raus...
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Beitrag von spm_gl »

wav2png ist genau das richtige, danke vielmals. Soll ja automatisch von jeder Audiodatei die in ein bestimmten Ordner kopiert wird, eine Wellenform erstellen.
Aber Sonicvisualizer ist wirklich top.
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Beitrag von spm_gl »

So, nach einigen Änderungen an wav2png sieht das Ergebnis so aus:

Bild

Für kleine Dateien ist das Skript echt gut, aber bei ganzen Songs sollte man es nur nehmen wenn man viel Geduld hat.
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Beitrag von zettberlin »

Nicht schlecht - freut mich, dass es klappt...

Da mahlen bei mir gleich die Mühlen:
hat man erst mal die Bildchen, sollte es keine große Sache sein, weitere Daten und die Dateinamen in eine Datenbank zu packen und mit Tag-Listen zu verknüpfen, die grafische Oberfläche wäre dann der Fun-Part ;-)

Allerdings nur, wenn das im Browser läuft. Mir geht leider die Fähigkeit ab, Desktopprogramme in C++/QT etc zu schreiben.. Mit PHP/MySQL wäre es aber keine große Sache und eigentlich auch logisch. Schließlich will man so eine Datenbank plus Repository vielleicht auch bequem via Netzwerk zur Verfügung haben und Latenz ist für diese Anwendung kein echtes Problem.

wav2png ist in Perl richtig? Das kann doch auch mit MySQL, könnte also gleich in eine Tabelle schreiben, was es mit der WAV-Datei angestellt hat...
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Beitrag von spm_gl »

Mein Plan ist es, die Dateien in Alfresco zu packen, da kann ich auch jede menge Metadaten hinzufügen. Ich hoffe es so hinbiegen zu können, dass die Wellenform als Dateivorschau angezeigt wird. Mal sehen, das System ist ein wenig schwierig.
Aber ein php-basiertes System wäre auch denkbar. Netzwerk muss sein, ich brauche die Dateien an verschiedenen Arbeitsplätzen.

wav2png ist einfach nur ein winziges Bash-Skript, keine Magie dahinter. Datei wird mit Sox zu .dat convertiert, und mit ein paar Optionen an GnuPlot übergeben.
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Beitrag von zettberlin »

spm_gl hat geschrieben:Mein Plan ist es, die Dateien in Alfresco zu packen, da kann ich auch jede menge Metadaten hinzufügen.
OK - damit geht es natürlich. Ist aber auch eine ziemliche Riesenechse. Da habe ich den Eindruck, dass es nicht sehr einfach wird, von dort Daten(Tags etc) für eine eigene Anwendung zu extrahieren, geschweige denn, eigene Daten hineinzuschreiben.
spm_gl hat geschrieben: Ich hoffe es so hinbiegen zu können, dass die Wellenform als Dateivorschau angezeigt wird. Mal sehen, das System ist ein wenig schwierig.
Aber ein php-basiertes System wäre auch denkbar.
Mit einem einfachen PHP/MySQL-Setup ist das ganz einfach, wenn man die Daten erst mal hat und genau weiß, was man damit tun will. Planung ist alles, Programmiert ist dann schnell ;-)

Da fällt mir ein: eigentlich ist das ja eine Art Bildergalerie, die bloß noch ein Soundplayermodul braucht....
spm_gl hat geschrieben: wav2png ist einfach nur ein winziges Bash-Skript, keine Magie dahinter. Datei wird mit Sox zu .dat convertiert, und mit ein paar Optionen an GnuPlot übergeben.
OK, das hatte ich verwechselt. Sollte sich aber auch direkt mit PHP machen lassen. PHP hat ein Modul, mit dem es direkt Kommandos an bash schicken kann. Wird freilich aus Sicherheitsgründen auf Webseiten nicht so oft benutzt...
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Beitrag von spm_gl »

zettberlin hat geschrieben:OK - damit geht es natürlich. Ist aber auch eine ziemliche Riesenechse. Da habe ich den Eindruck, dass es nicht sehr einfach wird, von dort Daten(Tags etc) für eine eigene Anwendung zu extrahieren, geschweige denn, eigene Daten hineinzuschreiben.
Geht eigentlich. Nur für Soundverwaltung ist es zu aufgeblasen, aber wir nutzen es eh schon für Projekte, Dokumente, etc. Das beste daran ist, dass ich mittels SMB, FTP, WebDAV und Browserdownload an die Dateien kommen kann.
zettberlin hat geschrieben:Da fällt mir ein: eigentlich ist das ja eine Art Bildergalerie, die bloß noch ein Soundplayermodul braucht....
Ja, mit schneller Preview und Download Funktion, am besten gleich in verschiedenen Sampleraten. Das Kategorien- und Tagsystem ist eigentlich dasselbe wie bei ner guten Bildergalerie.
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